Frühkindliche Reflexe in der Reflexintegration

„So bekommt Ihr Kind wieder mehr Freude am Lernen“

Bleiben frühkindliche Reflexe ganz oder zum Teil aktiv, kann das der Grund für Schul- und Verhaltensproblemen sein. Im Folgenden werden wichtige frühkindliche Reflexe mit ihren typischen Symptomen beschrieben. Mit der Reflexintegration ist es möglich, die persistierenden (aktiven) Reflexe zu hemmen und zu integrieren und somit ein neuronales Nachreifen zu ermöglichen.

Frühkindliche Reflexe mit der Reflexintegration bei Kinder beheben: In der Praxis von Dr. Birgit Stuck mit Kunden aus ganz Österreich für die RIT-Reflexintegration.

Um einen Einblick in die Reflexthematik zu geben und zu erläutern, wie sich noch-aktive frühkindliche Restreflexe bei Kindern & Erwachsenen auswirken können, möchte ich hier einige davon erwähnen und näher darauf eingehen:

1. Frühkindlicher Reflex: der Furcht-Lähmungsreflex

Anzeichen für einen aktiven Furcht-Lähmungsreflex:

  • Geringe Stresstoleranz
  • Stress bei Augenkontakt
  • Probleme mit dem Gleichgewicht
  • Empfindlichkeit gegenüber:
    • Berührung
    • Licht
    • Geräuschen
    • Lageveränderung des Gesichtsfeldes
    • Geruch
    • Geschmack
    • Tiefensensibilität

Die Bedeutung des aktiven Furcht-Lähmungsreflex bei Schul- und Verhaltensproblemen:

  • Hauptsächlich Wahrnehmung der Dinge, die um sich vorgehen
  • Verknüpfung zum Cortex wird blockiert
  • Eine Bündelung der Aufmerksamkeit ist nicht möglich
  • Freisetzung der Stresshormone schaden dem Gehirn
  • Ständiger überhöhter Adrenalinspiegel wird im Gehirn programmiert: vergrößerte Amygdala= Teil des limbischen Systems, das für Furcht, Emotionen, Angst zuständig ist.
  • Bleibt der FLR aktiv, sind meist auch der Moro und der TLR aktiv.

Der Furcht-Lähmungsreflex (FLR) ist ein Rückzugsreflex, der durch schnelle amöboide Rückzugsbewegungen als Reaktion auf eine taktile Stimulation der Mundregion gekennzeichnet ist. Man beschreibt das Muster des Furcht-Lähmungsreflexes mit dem Bild eines erschrockenen Kaninchens, das völlig bewegungsunfähig auf der Stelle erstarrt. Im Normalfall wird der frühkindliche Reflex vor der zwölften Woche nach der Empfängnis gehemmt und in den Moro-Reflex integriert. Ist dem nicht so, dann bleibt meist auch der Moro-Reflex aktiv und in den meisten Fällen auch der TLR, also der Tonische Labyrinth Reflex. Daher sind hier die Gleichgewichtsprobleme häufig erkennbar.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die einen aktiven frühkindlichen Reflex, wie den Furcht-Lähmungsreflex aufweisen, haben eine geringe Stresstoleranz. Sie sind gegenüber Sinnesreizen empfindlich, vor allem gegenüber Berührung, Geräusche, Licht, dem plötzlichen Wechsel des Gesichtsfeldes, dem Gleichgewicht oder der Tiefensensibiliät. Ab und zu kann sich diese Überempfindlichkeit auch auf den Geruch oder den Geschmack erstrecken.

In vielen Fällen bedeutet es für Kinder wie auch für Erwachsene Stress, wenn sie einem anderen Menschen in die Augen sehen müssen – dieses Problem ist ein häufiges Symptom. Meist wird es damit kompensiert, indem die Betroffenen dem Gegenüber intensiv – oft ohne zu blinzeln – in die Augen starren.

Mit Hilfe der Reflexintegration ist es möglich die frühkindlichen Reflexe, wie zum Beispiel den Furcht-Lähmungsreflex zu hemmen und zu integrieren, um somit die Symptome, die auf frühkindliche Reflexe zurückzuführen sind, hinter sich zu lassen. Die Reflexintegration ist eine Kombination von erprobten Methoden, die dazu dienen die neuromotorische Schulreife von Kindern zu überprüfen, den individuellen Entwicklungsbedarf des Kindes festzustellen und mit einem gezielten Unterstützungsprogramm ein neuronales Nachreifen zu ermöglichen.

Gerne unterstütze ich Sie und Ihr Kind in meiner Praxis dabei, mögliche frühkindliche Reflexe zu integrieren und damit die Basis für adäquates Verhalten und Freude am Lernen zu schaffen.

2. Frühkindlicher Reflex: der Moro-Reflex

Anzeichen für einen aktiven Moro-Reflex:

  • Lichtempfindlichkeit
  • Tendenz zum Schielen
  • Geräuschempfindlichkeit (Hintergrundgeräusche können schlecht ausgeblendet werden)
  • Überempfindlichkeit:
    • des vestibulären Systems: Probleme mit Gleichgewicht, Reisekrankheit
    • auf Berührung
    • auf plötzlichen Wechsel der Position

Bedeutung des aktiven Moro-Reflex bei Schul- und Verhaltensproblemen:

  • Aktivierung des Überlebensmusters
    • Ängstlichkeit, Panik, Schulangst (Bauch- und Kopfschmerz)
  • Gleichgewichts- und Koordinationsprobleme
  • Phasen von Hyperaktivität und Übermüdung
  • Abneigung gegen Veränderungen
  • Sensorische Empfindlichkeit
  • Neigung zu sich wiederholenden Verhaltensmustern (sind oft kl. Zwängler, alles am gl. Platz, Ordnung)
  • Schwierigkeiten Kritik zu akzeptieren
  • Schwaches Selbstwertgefühl

Der Moro-Reflex ist auch ein frühkindlicher Reflex, der etwa 4 Monate nach der Entbindung integriert sein sollte. Er wird durch starke und unangenehme Stimulationen des Gleichgewichts-, Gehör-, oder Sehsinns ausgelöst. Der Moro Reflex kann auch durch eine Stimulation der Tiefensensibilität ausgelöst werden, wie zum Beispiel durch eine rasche Veränderung der Kopfposition oder einem lauten Ton, einem erschreckenden visuellen Reiz, eine unangenehme Berührung oder einer plötzlichen Lageveränderung.

Ein Baby reagiert auf folgende Art und Weise:

  • Es erschreckt sich und nimmt zuerst einen tiefen Atemzug, streckt die Arme und Beine vom Körper (vor lauter Schrecken)
  • Dann beugt es die Arme und Beine zur Körpermitte und beginnt zu schreien

Übertragen wir das Muster auf uns Erwachsene, so kennen wir Menschen, die sich z.B. durch ein lautes Geräusch so erschrecken, dass sie mit den Händen eine derartige Reaktion zeigen, indem sie sie z.b. nach oben wegstrecken und manchmal zudem einen Schrei loslassen.

Der Moro-Reflex ist als frühkindlicher Reflex für das Baby insofern wichtig, als dass er im Mutterleib mit der Bewegung den Fötus beim Trainieren der Atemmuskeln unterstützt.

Die Hebamme hat die Möglichkeit den Moro-Reflex auszulösen und nutzt sie auch oft bei den Neugeborenen, um die Atmung in Gang zu setzen. Dazu lässt sie das Baby z.B. leicht nach hinten fallen. Dadurch kommt es zur Moro-Reaktion und das Baby beginnt zu schreien. Bei Babys, die vor der 30. Schwangerschaftswoche geboren wurden, kann diese Reaktion nicht ausgelöst werden, da der Moro-Reflex zu dieser Zeit noch nicht voll entwickelt ist.

Welche Anzeichen zeigt ein noch aktiver Moro-Reflex, also ein persistierender Moro:

  • Sehsinn: Ein Anzeichen von großen Pupillen mit langsamer Reaktion auf Licht; damit ist ein schlechtes Dämmerungssehen und eine Lichtüberempfindlichkeit verbunden. Zudem besteht die Tendenz zum Schielen beim Nahsehen sowie beim Sehen in die Ferne.
  • Gehörsinn: Kinder oder Erwachsene mit einem aktiven Moro sind sehr oft geräuschempfindlich (allgemein oder auf bestimmte Geräusche) und haben meist Schwierigkeiten damit Hintergrundgeräusche auszublenden.
  • Gleichgewichtssinn: Es besteht oft eine Überempfindlichkeit auf vestibuläre Stimulation, das bedeutet Probleme mit dem Gleichgewicht, Auftreten von Reisekrankheit.
  • Tastsinn: Im Zusammenhang mit dem Tastsinn ist eine Überempfindlichkeit auf Berührung gemeint.
  • Tiefensensibilität: meint die Überempfindlichkeit auf einen plötzlichen Positionswechsel

Mit Hilfe der Reflexintegration ist es möglich die frühkindlichen Reflexe, wie zum Beispiel den Moro-Reflex zu hemmen und zu integrieren, um somit die Symptome, die auf frühkindliche Reflexe zurückzuführen sind, hinter sich zu lassen. Die Reflexintegration ist eine Kombination von erprobten Methoden, die dazu dienen die neuromotorische Schulreife von Kindern zu überprüfen, den individuellen Entwicklungsbedarf des Kindes festzustellen und mit einem gezielten Unterstützungsprogramm ein neuronales Nachreifen zu ermöglichen.

Gerne unterstütze ich Sie und Ihr Kind in meiner Praxis mögliche frühkindliche Reflexe zu integrieren und damit die Basis für adäquates Verhalten und Freude am Lernen zu schaffen.

3. Frühkindlicher Reflex: der Landau-Reflex

Anzeichen für einen aktiven Landau-Reflex:

  • Schwierigkeiten in Bauchlage Kopf und Brust zu heben
  • Brustschwimmen ist schwierig
  • Koordination Ober- und Unterkörper ist schwierig
  • Beine sehr angespannt und nach hinten gestreckt

Bedeutung des aktiven Landau-Reflex bei Schul- und Verhaltensproblemen:

  • Schlechte Haltung
  • Kopf und Blick eher nach unten/ vorne geneigt
  • Haltung behindert Atmung, Folge = nicht ausreichende Cortex – Stimulation und
  • Probleme mit Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Spinaler Galant ist nicht integriert, das führt zusätzlich zu Hyperaktivität

Mit ca. 3 Jahren sollte der Landau-Reflex integriert sein, das heißt, wenn das Kind in Bauchlage seinen Kopf hebt, bleiben die Beine liegen.

Die Integration des frühkindlichen Reflexes ist wichtig, damit die Stärkung des Rücken- und Halsmuskeltonus in Bauchlage erfolgen kann. Hat das Kind die Möglichkeit die Brust zu heben, so werden die Beine frei und es kann nach Gegenständen greifen, um sie in den Mund zu stecken. Dieser Prozess dient der Entwicklung des Nahsehens. Das Kind bekommt durch das Heben von Kopf und Brust die Fähigkeit sich einen Überblick seiner Umgebung zu schaffen und dies wiederum bietet Gelegenheit das dreidimensionale Sehen zu trainieren.

Wird der Landau-Reflex nicht automatisch gehemmt, so kann sich der TLR nicht integrieren. Das hat zur Folge, dass das Kind einen schwachen Muskeltonus – vor allem im Nacken und Rücken – hat und Schwierigkeiten damit hat, in der Bauchlage den Kopf und die Brust zu heben. Somit wird das Erlernen des Brustschwimmens schwierig.

Ein aktiver Landau-Reflex verursacht zudem eine schlechte Haltung, das heißt der Kopf und der Blick ist eher nach unten gerichtet. Kinder lehnen sich gerne über den Tisch oder lümmeln am Tisch. Diese Haltung bewirkt eine Behinderung der Atmung mit der Folge der zu geringen Stimulation des Cortex. So entstehen Probleme mit der Aufmerksamkeit und der Konzentration.

Zudem verhindert der aktive Landau-Reflex eine Integration des Spinalen Galant Reflex und dies führt zusätzlich zu Hyperaktivität. Manchmal kommt es dadurch auch zum Bettnässen. Hier sieht man wieder, welche Auswirkungen aktive frühkindliche Reflexe haben können.

Mit Hilfe der Reflexintegration ist es möglich die frühkindlichen Reflexe, wie zum Beispiel den Landau-Reflex zu hemmen und zu integrieren, um somit die Symptome, die auf frühkindliche Reflexe zurückzuführen sind, hinter sich zu lassen.

Gerne unterstütze ich Sie und Ihr Kind in meiner Praxis mögliche frühkindliche Reflexe zu integrieren und damit die Basis für adäquates Verhalten und Freude am Lernen zu schaffen.

4. Frühkindlicher Reflex: Tonischer Labyrinth-Reflex - TLR

Aktiver Tonischer Labyrinth-Reflex und seine Anzeichen:

  • Probleme mit dem Gleichgewicht, v.a. bei Kopfbewegungen (Tafel abschreiben)
  • Höhenangst
  • Koordinationsprobleme
  • Zehengänger
  • Raum, Entfernung, Abstand, Tiefe und Geschwindigkeit kann nur schwer abgeschätzt werden
  • Schwierigkeiten den Kopf hoch zu halten

Aktiver Tonischer Labyrinth-Reflex Bedeutung bei Lern- und Verhaltensproblemen:

  • Dyskalkulie
  • Tollpatschigkeit
  • Schwierigkeiten:
    • logische Reihenfolgen einzuhalten, z.B. Musterreihen malen
    • grammatikalisch richtige Sätze zu bilden
    • Zahlenreihen zu ergänzen
    • Buchstaben in die richtige Reihenfolge zu setzen (Rechtschreiben)
    • Ordnung zu halten (=eher chaotisch)
    • Mit Zeitgefühl
    • Mit dem Abschreiben v d Tafel (Kopf heben)

Die Position des Ungeborenen im Mutterleib ist die fötale Haltung, also die Beugung des Kopfes nach vorne, sowie die Beugung der Arme und Beine. Hierbei spricht man von der Position des Tonischen Labyrinthreflexes – vorwärts. Das Spezifikum des TLR liegt also in der Beugung von Rumpf, Armen und Beinen, wenn der Kopf nach vorne gebeugt ist.

Es gibt auch einen Tonischen Labyrinthreflexes – rückwärts, der in der Zeit zur Geburt ausgebildet wird. Das Baby streckt dabei den ganzen Körper und der Tonus der Nacken-, Rücken- und Beinextensoren erhöht sich, wenn der Kopf nach hinten gebeugt wird.

Gewöhnlich wird dieser frühkindliche Reflex im Alter von 3 Jahren integriert.

Der TLR dient als große Hilfestellung dafür, dass das Baby sich nach der Geburt auf die (neuen) Bedingungen der Schwerkraft einstellen kann. Es ermöglich ihm eine frühe primitive Reaktion darauf, d.h. jedes Beugen des Kopfes nach vorne vermindert den Tonus der Extensoren. Dadurch werden Nacken, Rücken und Beine gebeugt. Hingegen erhöht sich der Tonus der Extensoren bei jedem Beugen des Kopfes nach hinten; dadurch wird der Körper gestreckt.

Was passiert bei diesem Prozess: Durch den Wechsel des Muskeltonus wird die Tiefenwahrnehmung stimuliert und der Reflex hilft dem Kind das Gleichgewicht, den Muskeltonus und die Tiefensensibilität zu trainieren.

Welche Folgen entstehen, wenn der Tonische Labyrinth-Reflex nicht integriert wird?

Dann verändert sich der Muskeltonus durch jede Kopfbewegung nach hinten oder vorne und bringt das Gleichgewichtszentrum durcheinander. Kinder, bei denen der TLR nicht integriert ist, haben dadurch Probleme damit, Raum, Entfernung, Abstand, Tiefe und Geschwindigkeit abzuschätzen. Zudem bleiben auch andere Reflexe erhalten, wenn der TLR nicht integriert wird.

Es ist auch möglich, dass bei Erwachsenen, bei denen der TLR als frühkindlicher Reflex in der Kindheit entwicklungsgemäß integriert wurde, diesen durch eine Verletzung des Nackens, des Kopfes oder des Rückens wieder reaktivieren. Dadurch kommt es dann zu Gleichgewichtsproblemen und Nackenschmerzen.

Bei Kindern, bei denen sowohl der TLR hinten, als auch der FLR noch aktiv sind, können die Rückenmuskeln hyperton werden und das Kind kann zum Zehengänger werden.

Mit Hilfe der Reflexintegration ist es möglich die frühkindlichen Reflexe, wie zum Beispiel den Tonische Labyrinth-Reflex zu hemmen und zu integrieren, um somit die Symptome, die auf frühkindliche Reflexe zurückzuführen sind, hinter sich zu lassen.

Gerne unterstütze ich Sie und Ihr Kind in meiner Praxis mögliche frühkindliche Reflexe zu integrieren und damit die Basis für adäquates Verhalten und Freude am Lernen zu schaffen.

5. Frühkindlicher Reflex: Symmetrischer Tonischer Nackenreflex – STNR

Anzeichen – Aktiver Symmetrischer Tonischer Nackenreflex:

  • Schlechte Körperhaltung
  • Haltung ähnelt einem Kartoffelsack
  • Liegt über dem Tisch bzw. dem Heft
  • Zwischenfersensitz bzw. W-Sitz
  • Probleme mit dem Nah- und Fernsehen/ Akkomodation
  • Gedrehtes Becken
  • Schwache Oberarme
  • Brustschwimmen und Purzelbäume sind nur schwer zu erlernen
  • Schlechte Koordination von Ober- und Unterkörper (Sportunterricht)
  • Rechtschreibschwierigkeiten

Aktiver Symmetrischer Tonischer Nackenreflex und die Bedeutung bei Schul- und Verhaltensproblemen:

  • Schlechte Haltung, fehlende Konzentration
  • Ungeschicklichkeit, „Tollpatsch“
  • Zehenspitzengang
  • Zwischenfersensitz (W-Haltung, untergeschlagene Beine)
  • Schlingen Beine um die Stuhlbeine
  • Ist störend bei Lese- und Schreibhaltung, da die gleichzeitige Beugung von Ellbogen und Hüftgelenk nicht lange durchgehalten werden kann
  • 75% der Kinder mit Lernstörungen haben einen aktiven STNR
  • Kinder schneiden mündlich besser ab, als schriftlich
  • Kinder geben Aufgaben oft zu schnell ab oder verweigern und erscheinen uninteressiert
  • Abschreiben von der Tafel bereitet eine große Herausforderung, da die ständige Veränderung der Haltung des Nackens und der Arme reflexartige Haltungsveränderungen zur Folge hat und zu Verkrampfung führen kann

Mit etwa 6 Lebensmonaten entwickelt sich der STNR, der Symmetrisch Tonische Nackenreflex. Dieser frühkindliche Reflex sollte mit 11 Monaten integriert sein. Da er nur von kurzer Dauer sein sollte, ist er kein echter Haltungsreflex.

Wie sieht das Reflexmuster des STNR aus:

Wenn das Kind im Vierfüßlerstand kniet, kommt es bei der Beugung des Kopfes nach hinten zur Streckung der Arme und zur Beugung der Beine. Bei der Beugung des Kopfes nach vorne hingegen werden die Arme gebeugt und die Beine gestreckt.

Auch der STNR steht mit dem TLR und mit deren Integration in direkter Verbindung, denn er stärkt den Tonus der Nacken- und Rückenmuskulatur und ist für die richtige Körperhaltung wichtig. Dieser Reflex gibt dem Kind die Gelegenheit dazu, sich aus der Bauchlage in den Vierfüßlerstand zu knien. Wenn der STNR nicht ausreichend integriert ist, so rutscht das Kind oft auf seinem Gesäß herum oder sitzt einfach nur, bis es aufsteht und läuft. Daher haben Kinder, die die Krabbelphase ausgelassen haben, meist einen persistierenden STNR.

Der STNR verhilft zur richtigen Körperhaltung und zur Kraft in den Oberarmen. Außerdem beeinflusst er das Sehvermögen, indem das Kind das Nah- und Fernsehen trainiert.

Bei einem persistierenden STNR kommt es zu einer Verschlechterung der Körperhaltung, das bedeutet, dass das Sitzen des Kindes einem Kartoffelsack ähnelt. Es liegt eher am Tisch oder über dem Heft, als dass es sitzt. Um das zu verhindern, stützt sich das Kind oft mit der Hand ab. Zudem sitzt es bevorzugt im Zwischenfersensitz (auch W-Sitz genannt) bzw. auf untergeschlagenen Beinen, damit es sich in aufrechter Haltung hält.

Bei nicht integriertem STNR kann es zudem zu Schwierigkeiten mit der Akkommodation und dem Fokussieren in die Nähe und in die Ferne kommen. Die Auswirkungen sieht man bei Ballspielen, wenn Kindern den Ball mit den Augen folgen müssen. Oft haben die Kinder auch Probleme mit dem binokularen Sehen. Diese Themen – Schwierigkeiten mit der Akkommodation und dem binokularen Sehen – sind bei Leseproblemen häufig der Fall.

Warum haben Kinder mit einem persistierenden STNR Probleme beim Schwimmen lernen?

Das kommt daher, da es für sie schwierig ist, den Kopf nach hinten zu beugen und gleichzeitig die Arme zu beugen und die Beine zu strecken. Aufgrund der schlechten Koordination von Ober- und Unterkörper kann sich der Unterkörper beim Schwimmen tendenziell nicht im Wasser halten.

Aktiver Symmetrischer Tonischer Nackenreflex und die Bedeutung bei ADHS

Bei nicht integriertem STNR, erfolgt eine schlechte Haltung und das Problem, den Rücken gerade zu halten. Wenn das Kind nach unten sieht, dann sinkt es zusammen und lehnt sich beispielsweise über den Tisch, wodurch die Atmung behindert wird. Dies hat zur Folge, dass die Stimulation vom RAS, also dem retikulären Aktivierungssystem zum präfrontalen Kortex nicht ausreicht, sodass das Kind Probleme mit Aufmerksamkeit und Konzentration bekommt, vor allem in jenen Situationen, in denen es gelangweilt oder gestresst ist.

Mit Hilfe der Reflexintegration ist es möglich die frühkindlichen Reflexe, wie zum Beispiel den STNR, Symmetrischer Tonischer Nackenreflex, zu hemmen und zu integrieren, um somit die Symptome, die auf frühkindliche Reflexe zurückzuführen sind, hinter sich zu lassen.

Gerne unterstütze ich Sie und Ihr Kind in meiner Praxis mögliche frühkindliche Reflexe zu integrieren und damit die Basis für adäquates Verhalten und Freude am Lernen zu schaffen.

6. Frühkindlicher Reflex: Amphibien-Reflex

Der Amphibienreflex ist ein lebenslanger Haltungsreflex mit folgendem Muster:

Das Heben des Beckens auf einer Seite verursacht eine automatische Beugung von Arm, Hüfte und Knie auf derselben Seite. Mit dieser Bewegung ist der frühkindliche Reflex aktiv und das ist in diesem Fall richtig! Dieser frühkindliche Reflex entwickelt sich zuerst in der Bauch- und später in der Rückenlage.

Die Ausprägung des Amphibienreflexes beginnt erst, wenn der ATNR bereits in einem gewissen Maße integriert ist und die Arme und Beine völlig unabhängig von der Position des Kopfes bewegt werden können. Das Lernen der Überkreuzübungen setzt den Amphibienreflex voraus. Dieser Reflex gibt dem Kind dabei Hilfestellung die Beine zu beugen und in den Vierfüßlerstand zu kommen. Zudem unterstützt er die Integration des Spinalen Galantreflexes. Bleibt die Entwicklung des Amphibienreflexes aus, so ist das ein Zeichen dafür, dass der Spinale Galantreflex und möglicherweise auch der ATNR nicht integriert worden sind.

Erwachsene, die keinen entwickelten Amphibienreflex aufweisen, leiden oft an Schwerfälligkeit des Unterkörpers und Spannungen in den Beinen.

Mit Hilfe der Reflexintegration ist es möglich die frühkindlichen Reflexe, wie zum Beispiel den Amphiebienreflex zu hemmen und zu integrieren, um somit die Symptome, die auf frühkindliche Reflexe zurückzuführen sind, hinter sich zu lassen.

Gerne unterstütze ich Sie und Ihr Kind in meiner Praxis mögliche frühkindliche Reflexe zu integrieren und damit die Basis für adäquates Verhalten und Freude am Lernen zu schaffen.

7. Frühkindlicher Reflex: Spinaler Galant Reflex

Aktiver Spinaler Galant Reflex und seine Anzeichen:

  • Unruhe/ Hyperaktivität
  • Wollen keine enge Kleidung tragen
  • Anlehnen an der Stuhllehne führt zum Herumzappeln
  • Einnässen nach dem Alter von 5 Jahren
  • Einseitige Krümmung der Wirbelsäule (Skoliose)

Spinaler Galant Reflex und die Bedeutung bei Lern- und Verhaltensproblemen:

  • Motorische Unruhe, hyperaktives Verhalten
  • Schlechte Konzentrationsfähigkeit
  • Vermindertes Kurzzeitgedächtnis
  • Fehlen von flüssigen Bewegungsabläufen

Beim Spinalen Galantreflex dreht sich die Hüfte durch Druck auf die Muskulatur rechts oder links der Lendenwirbelsäule (in Höhe der Taille) zur gleichen Seite. Ein äußerst wichtiger Reflex zur Weiterleitung der Körpervibrationen beim Fötus und die Entwicklung des Gleichgewichtssystems. Während des Geburtsvorganges unterstützt er die Bewegung des Kindes durch den Geburtskanal.

Bleibt dieser frühkindliche Reflex persistierend, so ist die Entwicklung des Amphibienreflexes gestört. Diese Störung führt zu Schwerfälligkeit des Unterkörpers und Anspannung in den Beinen.

Kinder, bei denen der Spinale Galantreflex nicht integriert ist, sind motorisch unruhig und zeigen ein hyperaktives Verhalten. Der Reflex kann bereits durch enge Kleidung, einem Gürtel oder einfaches Anlehnen bei der Stuhllehne ausgelöst werden und somit zum Herumzappeln führen. Daher tragen diese Kinder am liebsten lockere Kleidung. Einige dieser Kinder werden zu Bettnässern. Der Reflex kann auch nur auf einer Seite aktiv sein, dann ist oft eine Skoliose die Folge.

Kinder, die bereits längere Zeit mit einem Spinalen Galantreflex leben, lernen die Lendenwirbelsäule zu fixieren bzw. unbewegt zu halten. Diese Kompensationshaltung führt sehr oft zu Rückenproblemen und Kreuzschmerzen im Erwachsenenalter. Zudem beeinflusst die Fixierung und die Steifigkeit der Wirbelsäule auf dieser Höhe die Kooperation zwischen Ober- und Unterkörper und kann auch dazu führen, dass der Mensch Probleme hat, mit seinen Gefühlen in Kontakt zu kommen.

Der Spinale Galantreflex wird oft bei Frauen während der Geburt, vor allem bei schweren Geburten, wieder ausgelöst. Die Folge davon kann eine Inkontinenz sein.

Mit Hilfe der Reflexintegration ist es möglich die frühkindlichen Reflexe, wie zum Beispiel den Spinalen Galant Reflex, zu hemmen und zu integrieren, um somit die Symptome, die auf frühkindliche Reflexe zurückzuführen sind, hinter sich zu lassen.

Gerne unterstütze ich Sie und Ihr Kind in meiner Praxis mögliche frühkindliche Reflexe zu integrieren und damit die Basis für adäquates Verhalten und Freude am Lernen zu schaffen.

8. Frühkindlicher Reflex: Babinski-Reflex

Anzeichen vom aktiven Babinski-Reflex:

  • Plattfüße
  • Langsam
  • Keine Lust zum Laufen
  • Verschleißspuren am Schuh ersichtlich
    • Nicht entwickelt: Laufen auf der Innenkante
    • Nicht integriert: Laufen auf der Außenkante
  • In Bauchlage sind die Zehen nach außen gedreht
  • Knöchel sind in Bauchlage sehr gespannt, berühren nicht den Boden
  • Oft X-Beine oder Füße sind nach innen oder außen gedreht

Der Babinski Reflex ist relativ einfach zu erkennen, da man lediglich mit einem Stift an der Außenkante der Fußsohle entlang streichen muss, also von der Ferse zu Kleinzehe. Wenn sich dabei die Großzehe streckt und die anderen Zehen spreizen, dann ist der frühkindliche Reflex aktiv.

Der Reflex beeinflusst die Fußbewegung, die Bewegung der Beine, Hüften und der Lendenwirbelsäule. Er ist für den Muskeltonus des Unterkörpers verantwortlich. Kinder mit einem aktiven Babinski Reflex sind oft „plattfüßig“, langsam und haben keine Lust zu laufen. Sie laufen auf der Innenkante der Füße und dementsprechend zeigen die Schuhe hier Verschleißspuren. Schwache Fesseln, die leicht verstaucht werden, sind auch ein Zeichen des Relfexes.

Ist der frühkindliche Reflex entwickelt, jedoch nicht integriert, neigt das Kind dazu, auf den Außenseiten der Füße zu laufen, was an den Verschleißspuren der Schuhe ersichtlich ist. Diese Kinder entwickeln im Laufe des Alters Spannungen in den Füßen und in den Beinen.

Mit Hilfe der Reflexintegration ist es möglich die frühkindlichen Reflexe, wie zum Beispiel einen aktiven Babinski-Reflex, zu hemmen und zu integrieren, um somit die Symptome, die auf frühkindliche Reflexe zurückzuführen sind, hinter sich zu lassen. Die Reflexintegration ist eine Kombination von erprobten Methoden, die dazu dienen die neuromotorische Schulreife von Kindern zu überprüfen, den individuellen Entwicklungsbedarf des Kindes festzustellen und mit einem gezielten Unterstützungsprogramm ein neuronales Nachreifen zu ermöglichen.

Pädagogische Praxis für Reflexintegration

In meiner Praxis unterstütze ich Kinder mit aktiven frühkindlichen Reflexen mit diesem speziellen Bewegungstraining. Durch die Bewegungsübungen verbinden sich die verschiedenen Gehirnareale. Dabei sind die Anzahl und die Qualität der Nervenverbindungen, die dabei entstehen, von größter Bedeutung, damit eine Nachreifung des zentralen Nervensystems stattfinden kann. Damit wird die Grundlage für Lernen und Verhalten geschaffen.

Gerne unterstütze ich Sie und Ihr Kind, um die Basis für adäquates Verhalten und Freude am Lernen zu schaffen.

Als Praktische Pädagogin zum Thema Reflexintegration bin ich erreichbar für alle Interessierten aus Österreich von:

Reflexintegration in Kärnten wie Klagenfurt am Wörthersee, Klagenfurt Land, Villach, Villach Land, St. Veit an der Glan, Feldkirchen, Wolfsberg, Völkermarkt, Spittal und Hermagor.

Reflexintegration in Steiermark, Salzburg, Niederösterreich, Oberösterreich, Wien, Burgenland, Tirol und Vorarlberg.

So hört ein Kind, wenn das binaurale Hören nicht funktioniert

Das binaurale Hören meint das beidohrige Hören.

So sieht ein Kind, wenn das binokulare Sehen nicht funktioniert

Unter Binokularsehen (binokular = beidäugig) versteht man alle sensorischen und motorischen Aspekte des gemeinsamen Sehens von rechtem und linkem Auge.

Unter Binokularsehen (binokular = beidäugig) versteht man alle sensorischen und motorischen Aspekte des gemeinsamen Sehens von rechtem und linkem Auge.

Beim Menschen, wie bei Primaten im Allgemeinen, sind die Augen nach vorne gerichtet. Hierdurch ist zwar das Blickfeld kleiner, aber die damit verbundene größere Überlappung der Gesichtsfelder der beiden Augen kommt dem räumlichen Sehen zugute. Dieses benötigt allerdings zusätzliche sensorische und motorische Fähigkeiten, die Teilaspekte des Binokularsehens sind, und die mitunter gestört sein können.

Ablauf der Reflexintegration

  1. Erstgespräch mit Austestung
  2. Das Reflexintegrationstraining dauert zwischen 6 und 8 Monaten, wobei einmal im Monat eine Stunde bei mir stattfindet.
  3. In dieser Stunde werden Reflexe auf ihre Aktivität geprüft und mit einer Kombination aus erprobten Bewegungsabläufen und gleichzeitiger bilateraler Stimulation integriert.
  4. Zwischen diesen Treffen sind zuhause täglich spezielle Übungen durchzuführen (Dauer ca. 10 min.)
  5. Die Übungen zuhause sind maßgeblich für den Erfolg des Trainings notwendig. Eine Unterstützung durch die Eltern ist unabdingbar wichtig.
 
Die Bewegungen des Reflexintegrations-Trainings sorgen dafür,  dass das Gehirn „reift“, also Nervenverbindungen in guter Qualität entstehen und damit nach und nach das komplette Funktionieren des Gehirns möglich wird. Die frühkindlichen Reflexe stellen den Schlüssel der kindlichen Entwicklung und damit die Grundlage für Lernen und Verhalten dar.

Gerne unterstütze ich Sie und ihr Kind dabei, die Basis für optimales Lernen zu schaffen und wieder Freude am Tun und Handeln zu bekommen!

Weitere Informationen und Downloads dazu finden Sie hier:

Testimonials

Testimonials im Sport

Interview mit Kinderarzt Dr. Queißler​

Dr. med. Carsten Queißer, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Herzog-Wilhelmstr. 86, 38667 Bad Harzburg im Gespräch mit Frau Christine Sieber (Sieber & Paasch GmbH) im Dezember 2017. 

RIT ist eine ergänzende Maßnahme und die ärztliche Untersuchung muss immer Vordergrund stehen.

Über Dr. Birgit Stuck

Dr. Birgit Stuck ist Praktische Pädagogin und hat sich seit 2002 mit der Grundschullehrerausbildung und dem Pädagogik Studium auf kindliche Verhaltensthemen mit den Schwerpunkten der Wahrnehmungsstörungen, Hyperaktivität, ADHS, ADS, Legasthenie und diversen weiteren Verhaltensproblemen sowie Schul- und Konzentrationsproblemen spezialisiert. Sie ist selbst Mutter und betrachtet das Begleiten der Kinder stets aus dem ganzheitlichen Aspekt. 

Aus diesem Grund hat sie sich von dem klassischen Weg der industrialisierten Umsetzungen mit Diagnosen und Pauschalbeurteilungen sowie der Orientierung am Versagenserlebnis eines Menschen entfernt und sich entgegen der Diskriminierung von Kindern auf die „STABILISIERUNG unserer Kinder“ mit „individueller Förderung“ konzentriert.

Frei nach den Worten „Jedes Kind ist einzigartig“ arbeitet die Praktische Pädagogin mit jedem Kind auf individuelle Art und Weise in einem vertrauten Rahmen auf ganzheitlicher Ebene.

Kontaktieren Sie mich einfach!

In meiner Praxis unterstütze ich Ihr Kind bei der Nachreifung des zentralen Nervensystems, um die Grundlage für Lernen und Verhalten zu schaffen.

Dauer: 50 min.

Anzahl: Ø 6 Sitzungen