Persistierende Reflexe in der Reflexintegration

„So bekommt Ihr Kind wieder mehr Freude am Lernen“

Bleiben frühkindliche Reflexe ganz oder zum Teil aktiv, spricht man von persistierenden Reflexen. Diese können der Grund für Schul- und Verhaltensproblemen sein. Im Folgenden werde ich die Auswirkung von persistierenden frühkindlichen Reflexen beschreiben, um einen Einblick in die Reflexthematik, vor allem anhand von einzelnen konkreten Reflexen und ihren typischen Symptomen zu erhalten.

Persistierende Reflexe mit der Reflexintegration bei Kinder beheben: In der Praxis von Dr. Birgit Stuck mit Kunden aus ganz Österreich für die RIT-Reflexintegration.

Eines sei vorweggeschickt: Mit der Reflexintegration ist es möglich, die persistierenden (aktiven) Reflexe zu hemmen und zu integrieren und somit ein neuronales Nachreifen zu ermöglichen.

Die Auswirkungen von persistierenden Reflexen bei Kindern & Erwachsenen sind wie folgt:

1. Furcht-Lähmungsreflex

Anzeichen für einen persistierenden Furcht-Lähmungsreflex:

  • Eine geringe Stresstoleranz
  • Stresssymptome bei Augenkontakt
  • Probleme mit dem Gleichgewicht bzw. mit dem vestibulären System
  • Empfindlichkeit gegenüber:
    • Berührung
    • Licht
    • Geräuschen
    • Lageveränderung des Gesichtsfeldes
    • Geruch
    • Geschmack
    • Tiefensensibilität

Die Bedeutung des persistierenden Furcht-Lähmungsreflex bei Schul- und Verhaltensproblemen:

  • Betroffene nehmen vor allem die Dinge wahr, die um sich herum vorgehen und können sich oft nicht auf das Wesentliche konzentrieren
  • Blockierung der Verknüpfung zum Cortex
  • Eine Bündelung der Aufmerksamkeit ist schwer möglich
  • Die durch den persistierenden Furcht-Lähmungsreflex entstehende Freisetzung der Stresshormons schaden dem Gehirn
  • Somit kommt es zu einem ständig überhöhten Adrenalinspiegel: vergrößerte Amygdala= Teil des limbischen Systems, das für Furcht, Emotionen, Angst zuständig ist.
  • Bleibt der Furcht-Lähmungsreflex aktiv, sind meist auch der Moro Reflex und der Tonische Labyrinthreflex aktiv

Der Furcht-Lähmungsreflex (FLR) ist ein Rückzugsreflex, der durch schnelle amöboide Rückzugsbewegungen als Reaktion auf eine taktile Stimulation der Mundregion gekennzeichnet ist. Das Muster des Furcht-Lähmungsreflexes beschreibt man mit dem Bild eines erschrockenen Kaninchens, das völlig bewegungsunfähig auf der Stelle erstarrt. Im Grunde wird der frühkindliche Reflex vor der zwölften Woche nach der Empfängnis gehemmt und in den Moro-Reflex integriert. Ist dem nicht so, dann bleibt meist auch der Moro-Reflex persistierend und in den meisten Fällen auch der TLR, also der Tonische Labyrinth Reflex. Daher sind bei diesen persistierenden Reflexen häufig Gleichgewichtsprobleme erkennbar.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die einen persistierenden frühkindlichen Reflex, wie den Furcht-Lähmungsreflex aufweisen, haben eine geringe Stresstoleranz. Sie sind gegenüber Sinnesreizen empfindlich, vor allem gegenüber Berührung, Geräusche, Licht, dem plötzlichen Wechsel des Gesichtsfeldes, dem Gleichgewicht oder der Tiefensensibiliät. Ab und zu kann sich diese Überempfindlichkeit auch auf den Geruch oder den Geschmack erstrecken.

In vielen Fällen bedeutet es für Kinder wie Erwachsene bereits Stress, wenn sie einem anderen Menschen „nur“ in die Augen sehen müssen. Dieses Problem ist ein häufiges Symptom. Meist wird es damit kompensiert, indem die Betroffenen Ihrem Gegenüber intensiv – oft ohne zu blinzeln – in die Augen starren.

Mit der Reflexintegration ist es möglich die persistierenden Reflexe, wie zum Beispiel den Furcht-Lähmungsreflex zu hemmen und zu integrieren, um somit die Symptome, die auf frühkindliche persistierende Reflexe zurückzuführen sind, hinter sich zu lassen. Die Reflexintegration ist eine Kombination von erprobten Methoden, die dazu dienen die neuromotorische Schulreife von Kindern zu überprüfen, den individuellen Entwicklungsbedarf des Kindes festzustellen und mit einem gezielten Unterstützungsprogramm ein neuronales Nachreifen zu ermöglichen.

Sehr gerne unterstütze ich Sie und Ihr Kind in meiner Praxis mögliche frühkindliche persistierende Reflexe zu integrieren und damit die Basis für adäquates Verhalten und Freude am Lernen zu schaffen.

2. Moro-Reflex

Anzeichen für einen persistierenden Moro-Reflex:

  • Empfindlichkeit gegenüber Licht
  • Die Tendenz zum Schielen
  • Geräuschempfindlichkeit: oft können Hintergrundgeräusche nur schlecht bis gar nicht ausgeblendet werden
  • Überempfindlichkeit:
    • des vestibulären Systems: Probleme mit Gleichgewicht, das äußert sich u.a. auch in einer Reiseübelkeit, Reisekrankheit
    • auf Berührung
    • auf plötzlichen Wechsel der Position

Bedeutung des persistierenden Moro-Reflex bei Schul- und Verhaltensproblemen:

  • Die Überlebensmusters werden aktiviert: das bedeutet
    • Ängstlichkeit, Panik, Schulangst (Bauch- und Kopfschmerz)
  • Auftreten von Gleichgewichts- und Koordinationsproblemen
  • Abwechslung von den Phasen der Hyperaktivität und der Übermüdung
  • Grundsätzliche Abneigung gegen Veränderungen
  • Eine sensorische Empfindlichkeit
  • Neigung zu sich wiederholenden Verhaltensmustern: sind oft Zwängler, bestimmte Ordnung, wie z.B. das alles immer am selben Platz sein muss
  • Schwierigkeiten Kritik zu akzeptieren
  • Ein schwaches Selbstwertgefühl

Der Moro-Reflex als ein möglicher frühkindlicher persistierender Reflex sollte eigentlich etwa 4 Monate nach der Entbindung integriert sein. Er wird durch starke und unangenehme Stimulationen des Gleichgewichts-, Gehör-, oder Sehsinns ausgelöst. Der Moro Reflex kann auch durch eine Stimulation der Tiefensensibilität ausgelöst werden, wie zum Beispiel durch eine rasche Veränderung der Kopfposition oder lauten Tönen, einem erschreckenden visuellen Reiz, eine unangenehme Berührung oder einer plötzlichen Lageveränderung.

Wie reagiert ein Baby:

  • Das Baby erschreckt sich und nimmt zuerst einen tiefen Atemzug, streckt die Arme und Beine vom Körper (vor lauter Schrecken)
  • Danach beugt es die Arme und Beine zur Körpermitte und beginnt zu schreien

Das Muster ist auch bei uns Erwachsenen erkennbar. So kennen wir Menschen, die sich z.B. durch ein lautes Geräusch so erschrecken, dass sie mit den Händen eine derartige Reaktion zeigen, indem sie sie z.b. nach oben weg strecken und manchmal gleichzeitig einen Schrei loslassen.

Es ist wichtig, dass es keinen persistierenden Moro Reflex gibt, da der Moro im Mutterleib mit der Bewegung den Fötus beim Trainieren der Atemmuskeln unterstützt, was essentiell für die weitere Entwicklung ist.

Hebammen haben die Möglichkeit den Moro-Reflex auszulösen und nutzen sie auch oft bei den Neugeborenen, um die Atmung in Gang zu setzen. Dazu lassen sie das Baby z.B. leicht nach hinten fallen. Dadurch kommt es zur Moro-Reaktion und das Baby beginnt zu schreien. Interessant ist, dass bei Babys, die vor der 30. Schwangerschaftswoche geboren wurden, diese Reaktion nicht ausgelöst werden kann, da der Moro-Reflex zu dieser Zeit noch nicht voll entwickelt ist.

Welche Anzeichen zeigt ein persistierender Moro-Reflex:

  • Der Sehsinn:
    Ein Anzeichen sind großen Pupillen mit langsamer Reaktion auf Licht. Hiermit ist ein schlechtes Dämmerungssehen und eine Lichtüberempfindlichkeit verbunden. Außerdem besteht die Tendenz zum Schielen beim Nahsehen sowie beim Sehen in die Ferne.
  • Der Gehörsinn:
    Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die einen persistierenden Moro aufweisen, sind sehr oft geräuschempfindlich – sowohl allgemein als auch auf bestimmte Geräusche – und haben Schwierigkeiten damit Hintergrundgeräusche auszublenden.
  • Der Gleichgewichtssinn:
    Bei Betroffenen mit einem persistierenden Moro besteht oft eine Überempfindlichkeit auf vestibuläre Stimulation, das bedeutet Probleme mit dem Gleichgewicht im Alltag oder auch das Auftreten von Reiseübelkeit und Reisekrankheit.
  • Der Tastsinn:
    Im Zusammenhang mit dem Tastsinn ist eine Überempfindlichkeit auf Berührung gemeint.
  • Die Tiefensensibilität:
    Mit der Tiefensensibilität ist die Überempfindlichkeit auf einen plötzlichen Positionswechsel gemeint.

Mit Unterstützung der Reflexintegration ist es möglich die frühkindlichen persistierenden Reflexe, wie zum Beispiel den Moro-Reflex zu hemmen und zu integrieren, um somit die Symptome, die auf frühkindliche persistierende Reflexe zurückzuführen sind, hinter sich zu lassen. Die Reflexintegration ist eine Kombination von erprobten Methoden, die dazu dienen die neuromotorische Schulreife von Kindern zu überprüfen, den individuellen Entwicklungsbedarf des Kindes festzustellen und mit einem gezielten Unterstützungsprogramm ein neuronales Nachreifen zu ermöglichen.

Ich unterstütze Sie und Ihr Kind sehr gerne in meiner Praxis, um mögliche frühkindliche persistierende Reflexe zu integrieren und damit die Grundlage für adäquates Verhalten und Freude am Lernen zu schaffen.

3. Landau-Reflex

Anzeichen für einen persistierenden Landau-Reflex:

  • Es bestehen Schwierigkeiten in Bauchlage den Kopf und die Brust zu heben
  • Das Erlernen des Brustschwimmens erweist sich ebenso als schwierig
  • Probleme in der Koordination von Ober- und Unterkörper
  • Die Beine können sehr angespannt und nach hinten gestreckt sein

Bedeutung des persistierenden Landau-Reflex bei Schul- und Verhaltensproblemen:

  • Mit einem persistierenden Landau geht oft eine schlechte Haltung einher
  • Der Kopf und der Blick sind oft nach unten und/oder nach vorne geneigt
  • Die damit verbundene, schlechte Haltung behindert die Atmung. Die Folge = nicht ausreichende Cortex-Stimulation und
  • Probleme mit Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Der Spinale Galant ist nicht integriert, das führt zusätzlich zu Hyperaktivität und ist auch oft der Grund für Bettnässen

Mit dem dritten Lebensjahr sollte der Landau-Reflex integriert sein, das heißt, wenn das Kind in Bauchlage seinen Kopf hebt, bleiben die Beine liegen.

Die Integration des persistierenden Reflexes ist aus dem Grund sehr wichtig, damit die Stärkung des Rücken- und Halsmuskeltonus in Bauchlage erfolgen kann. Hat das Kind die Möglichkeit die Brust zu heben, so werden die Beine frei und es kann nach Gegenständen greifen, um sie in den Mund zu stecken. Dieser Prozess dient der Entwicklung des Nahsehens. Das Kind bekommt durch das Heben von Kopf und Brust die Fähigkeit sich einen Überblick seiner Umgebung zu schaffen und dies wiederum bietet Gelegenheit das dreidimensionale Sehen zu trainieren.

Wenn der Landau-Reflex nicht automatisch gehemmt wird, so kann sich der TLR nicht integrieren. Das hat einen schwachen Muskeltonus beim Betroffenen zur Folge. Dieser zeichnet sich vor allem in der Nacken- und Rückenmuskulatur ab. Außerdem entstehen Schwierigkeiten dabei in der Bauchlage den Kopf und die Brust zu heben. Aus diesem Grund wird das Erlernen des Brustschwimmens schwierig.

Ein persistierender Landau-Reflex geht mit einer schlechten Haltung einher, das heißt, der Kopf und der Blick ist eher nach unten gerichtet. Die Kinder lehnen sich dann gerne über den Tisch oder lümmeln am Tisch. Diese Haltung bewirkt wiederum eine Behinderung der Atmung mit der Folge der zu geringen Stimulation des Cortex. So entstehen Probleme mit der Aufmerksamkeit und der Konzentration.

Zudem verhindert der persistierende Landau-Reflex eine Integration des Spinalen Galant Reflex und dies führt zusätzlich zu Hyperaktivität. Manchmal kommt es dadurch auch zum Bettnässen. An diesem Beispiel sieht man wieder, welche Auswirkungen persistierende frühkindliche Reflexe haben können.

Mit Unterstützung der Reflexintegration ist es möglich, die frühkindlichen persistierenden Reflexe, wie zum Beispiel den Landau-Reflex zu hemmen und zu integrieren, um somit die Symptome, die auf frühkindliche persistierende Reflexe zurückzuführen sind, hinter sich zu lassen.

Ich unterstütze Sie und Ihr Kind in meiner Praxis sehr gerne dabei mögliche frühkindliche persistierende Reflexe zu integrieren und damit die Grundlage für adäquates Verhalten und Freude am Lernen zu schaffen.

4. Tonischer Labyrinth-Reflex - TLR

Persistierender Tonischer Labyrinth-Reflex und seine Anzeichen:

  • Probleme mit dem vestibulären System bzw. mit dem Gleichgewicht, v.a. bei Kopfbewegungen. Das heißt, das Abschreiben von der Tafel erweist sich als schwierig.
  • Höhenangst
  • Koordinationsprobleme
  • Zehengänger
  • Raum, Entfernung, Abstand, Tiefe und Geschwindigkeit kann nur schwer abgeschätzt werden
  • Haltungsthema: Schwierigkeiten den Kopf hoch zu halten

Persistierender Tonischer Labyrinth-Reflex und die Bedeutung bei Lern- und Verhaltensproblemen:

  • Rechenschwäche bzw. Dyskalkulie
  • Tollpatschigkeit, aufgrund der Probleme mit dem Gleichgewicht
  • Schwierigkeiten:
    • logische Reihenfolgen einzuhalten, z.B. Musterreihen malen
    • grammatikalisch richtige Sätze zu bilden
    • Zahlenreihen zu ergänzen
    • Buchstaben in die richtige Reihenfolge zu setzen (Rechtschreiben)
    • Ordnung zu halten (=eher chaotisch)
    • mit dem Zeitgefühl, die Uhr zu lesen
    • mit dem Abschreiben von der Tafel, da durch das Anheben und Absenken des Kopfes das Gleichgewichtssystem wieder gefordert ist.

Das Ungeborene nimmt im Mutterleib die fötale Haltung ein, d.h. es beugt den Kopf nach vorne und hält auch die Arme und Beine in Beugung. Das ist die Position des Tonischen Labyrinthreflexes – vorwärts. Das Spezifikum des TLR liegt also in der Beugung von Rumpf, Armen und Beinen, wenn der Kopf nach vorne gebeugt ist.

Im Gegensatz dazu gibt es auch noch einen Tonischen Labyrinthreflex – rückwärts, der in der Zeit zur Geburt ausgebildet wird. Das Baby streckt dabei den ganzen Körper und der Tonus der Nacken-, Rücken- und Beinextensoren erhöht sich, wenn der Kopf nach hinten gebeugt wird.

Gewöhnlich wird dieser frühkindliche Reflex im dritten Lebensjahr integriert.

Der TLR dient als große Hilfestellung dafür, dass das Baby sich nach der Geburt auf die (neuen) Bedingungen der Schwerkraft einstellen kann. Es ermöglicht ihm eine frühe primitive Reaktion darauf, d.h. jedes Beugen des Kopfes nach vorne vermindert den Tonus der Extensoren. Dadurch werden Nacken, Rücken und Beine gebeugt. Hingegen erhöht sich der Tonus der Extensoren bei jedem Beugen des Kopfes nach hinten; dadurch wird der Körper gestreckt.

Was löst dieser Prozess aus: Durch den Wechsel des Muskeltonus wird die Tiefenwahrnehmung stimuliert und der Reflex hilft dem Kind das Gleichgewicht, den Muskeltonus und die Tiefensensibilität zu trainieren.

Welche Folgen entstehen bei einem persistierenden Tonischen Labyrinth-Reflex?

Bei einem persistierenden Tonischen Labyrinth-Reflexverändert sich der Muskeltonus durch jede Kopfbewegung nach hinten oder nach vorne und bringt somit das Gleichgewichtszentrum durcheinander. Kinder mit einem persistierenden TLR haben dadurch Probleme damit, Raum, Entfernung, Abstand, Tiefe und Geschwindigkeit abzuschätzen. Außerdem bleiben auch andere Reflexe persistierend, wenn der TLR nicht integriert wird.

Kinder, bei denen sowohl der TLR hinten, als auch der FLR noch persistierend sind, können die Rückenmuskeln hyperton werden und das Kind kann zum Zehengänger werden.

Mit Unterstützung der Reflexintegration ist es möglich die frühkindlichen persistierenden Reflexe, wie zum Beispiel den Tonische Labyrinth-Reflex zu hemmen und zu integrieren, um somit die Symptome, die auf frühkindliche persistierende Reflexe zurückzuführen sind, hinter sich zu lassen.

Sehr gerne unterstütze ich Sie und Ihr Kind in meiner Praxis dabei, mögliche frühkindliche persistierende Reflexe zu integrieren und damit die Grundlage für adäquates Verhalten und Freude am Lernen zu schaffen.

5. Symmetrischer Tonischer Nackenreflex – STNR

Anzeichen – Persistierender Symmetrischer Tonischer Nackenreflex:

  • Eine schlechte Körperhaltung, die einem Kartoffelsack ähnelt
  • Liegt über dem Tisch bzw. dem Heft anstatt zu sitzen
  • Zwischenfersensitz bzw. W-Sitz wird oft verwendet
  • Probleme mit dem Nah- und Fernsehen, also mit der Akkommodation
  • Kinder haben oft schwache Oberarme
  • Brustschwimmen und Purzelbäume sind nur schwer zu erlernen
  • Schlechte Koordination von Ober- und Unterkörper (Sportunterricht)
  • Rechtschreibschwierigkeiten treten häufig auf

Persistierender Symmetrischer Tonischer Nackenreflex und die Bedeutung bei Schul- und Verhaltensproblemen:

  • Schlechte Haltung, fehlende Konzentration
  • Ungeschicklichkeit, „Tollpatsch“
  • Zehenspitzengang
  • Zwischenfersensitz (W-Haltung, untergeschlagene Beine)
  • Schlingen Beine um die Stuhlbeine
  • Ist störend bei Lese- und Schreibhaltung, da die gleichzeitige Beugung von Ellbogen und Hüftgelenk nicht lange durchgehalten werden kann
  • 75% der Kinder mit Lernstörungen haben einen aktiven STNR
  • Kinder schneiden mündlich besser ab, als schriftlich
  • Kinder geben Aufgaben oft zu schnell ab oder verweigern sie und erscheinen uninteressiert
  • Abschreiben von der Tafel bereitet eine große Herausforderung, da die ständige Veränderung der Haltung des Nackens und der Arme reflexartige Haltungsveränderungen zur Folge hat und zu Verkrampfung führt.

Der STNR, also der „Symmetrisch Tonische Nackenreflex“ entwickelt sich etwa mit 6 Lebensmonaten und sollte mit 11 Monaten integriert sein. Nachdem dieser Reflex nur von kurzer Dauer sein sollte, ist er kein echter Haltungsreflex.

Das Reflexmuster des STNR sieht folgendermaßen aus:

Kniet das Kind im Vierfüßlerstand, so kommt es bei der Beugung des Kopfes nach hinten zur Streckung der Arme und zur Beugung der Beine. Bei der Beugung des Kopfes nach vorne hingegen werden die Arme gebeugt und die Beine gestreckt.

Der STNR steht ebenfalls mit dem TLR und mit deren Integration in direkter Verbindung, denn er stärkt den Tonus der Nacken- und Rückenmuskulatur und ist für die richtige Körperhaltung essentiell. Der Reflex gibt dem Kind die Möglichkeit dazu, sich aus der Bauchlage in den Vierfüßlerstand zu knien. Ist der STNR persistierend, so rutscht das Kind oft auf seinem Gesäß herum oder sitzt einfach nur, bis es aufsteht und läuft. Aus diesem Grund haben Kinder, die die Krabbelphase ausgelassen haben, meist einen persistierenden STNR.

Der STNR ist unter anderem deshalb von so großer Bedeutung, da der Reflex zur richtigen Körperhaltung und zur Kraft in den Oberarmen verhilft. Zudem beeinflusst er das Sehvermögen, indem das Kind das Nah- und Fernsehen trainiert.

Bei einem persistierenden STNR kommt es zu einer Verschlechterung der Körperhaltung, das bedeutet, dass das Sitzen des Kindes mit einem Kartoffelsack vergleichbar ist. Meist liegt das Kind mehr am Tisch oder über dem Heft, als dass es sitzt. Um dem entgegen zu wirken, stützt sich das Kind oft mit der Hand ab. Außerdem sitzt es bevorzugt im Zwischenfersensitz (auch W-Sitz genannt) bzw. auf untergeschlagenen Beinen, damit es sich in aufrechter Haltung hält.

Bei einem persistierenden STNR kann es zudem zu Schwierigkeiten mit der Akkommodation und dem Fokussieren in die Nähe und in die Ferne kommen. Die Auswirkungen dessen sieht man bei Ballspielen, wenn Kinder den Ball mit den Augen folgen sollen. Ganz oft haben die Kinder auch Probleme mit dem binokularen Sehen. Solche Themen – Schwierigkeiten mit der Akkommodation und dem binokularen Sehen – sind bei Leseproblemen häufig der Fall.

Kinder mit einem persistierenden STNR haben Probleme beim Schwimmen lernen – warum?

Für das Kind mit einem persistierenden STNR ist es schwierig den Kopf nach hinten zu beugen und gleichzeitig die Arme zu beugen und die Beine zu strecken. Aufgrund der schlechten Koordination von Ober- und Unterkörper kann sich der Unterkörper beim Schwimmen tendenziell nicht im Wasser halten.

Persistierender Symmetrischer Tonischer Nackenreflex und die Bedeutung bei ADHS

Ein persistierender STNR geht mit einer schlechten Haltung einher und dem Problem, den Rücken gerade zu halten. Sieht das Kind nach unten, so sinkt es zusammen und lehnt sich zum Beispiel über den Tisch, wodurch wiederum die Atmung behindert wird. Die Folgeerscheinung dessen ist, dass die Stimulation vom RAS, also dem retikulären Aktivierungssystem zum präfrontalen Kortex nicht ausreicht, sodass das Kind Probleme mit Aufmerksamkeit und Konzentration bekommt, vor allem in jenen Situationen, in denen es gelangweilt oder gestresst ist.

Mit der Unterstützung der Reflexintegration ist es möglich die frühkindlichen persistierenden Reflexe, wie zum Beispiel den STNR, Symmetrischer Tonischer Nackenreflex, zu hemmen und zu integrieren, um somit die Symptome, die auf frühkindliche persistierende Reflexe zurückzuführen sind, hinter sich zu lassen.

Sehr gerne unterstütze ich Sie und Ihr Kind in meiner Praxis mögliche frühkindliche persistierende Reflexe zu integrieren und damit die Basis für adäquates Verhalten und Freude am Lernen zu schaffen.

6. Amphibien-Reflex

Der Amphibienreflex ist ein lebenslanger Haltungsreflex, der folgendes Muster zeigt:

Ein Heben des Beckens auf einer Seite verursacht eine automatische Beugung von Arm, Hüfte und Knie auf derselben Seite. Mit dieser Bewegung ist der frühkindliche Reflex aktiv und das ist in diesem Fall richtig! Dieser frühkindliche Reflex entwickelt sich zuerst in der Bauch- und später in der Rückenlage.

Die Ausprägung des Amphibienreflexes hat ihren Beginn erst, wenn der ATNR schon in einem gewissen Maße integriert ist und die Arme und Beine völlig unabhängig von der Position des Kopfes bewegt werden können. Zum Beispiel das Lernen der Überkreuzübungen setzt den Amphibienreflex voraus. Dieser spezielle Reflex gibt dem Kind dabei Hilfestellung, die Beine zu beugen und in den Vierfüßlerstand zu kommen. Außerdem unterstützt er die Integration des Spinalen Galantreflexes. Bleibt die Entwicklung des Amphibienreflexes aus, so ist das ein Zeichen dafür, dass der Spinale Galantreflex und möglicherweise auch der ATNR nicht integriert worden sind.

Mit Unterstützung der Reflexintegration ist es möglich die frühkindlichen persistierenden Reflexe zu integrieren, um somit die Symptome, die auf frühkindliche persistierende Reflexe zurückzuführen sind, hinter sich zu lassen.

Sehr gerne unterstütze ich Sie und Ihr Kind in meiner Praxis mögliche frühkindliche persistierende Reflexe zu integrieren und damit die Basis für adäquates Verhalten und Freude am Lernen zu schaffen.

7. Spinaler Galant Reflex

Persistierender Spinaler Galant Reflex und seine Anzeichen:

  • Unruhiges und hyperaktives Verhalten
  • Enge Kleidung wird vermieden
  • Ein Anlehnen an die Stuhllehne führt zum Herumzappeln
  • Einnässen über dem 5. Lebensjahr hinaus
  • Einseitige Krümmung der Wirbelsäule (Skoliose)

Spinaler Galant Reflex und die Bedeutung bei Lern- und Verhaltensproblemen:

  • Motorische Unruhe, hyperaktives Verhalten
  • Schlechte Konzentrationsfähigkeit
  • Vermindertes Kurzzeitgedächtnis
  • Fehlen von flüssigen Bewegungsabläufen

Bei dem Spinalen Galantreflex dreht sich die Hüfte durch Druck auf die Muskulatur rechts oder links der Lendenwirbelsäule (in Höhe der Taille) zur gleichen Seite. Ein äußerst wichtiger Reflex zur Weiterleitung der Körpervibrationen beim Fötus und die Entwicklung des Gleichgewichtssystems. Während des Geburtsvorganges unterstützt er die Bewegung des Kindes durch den Geburtskanal.

Bleibt dieser frühkindliche Reflex persistierend, so ist die Entwicklung des Amphibienreflexes gestört. Diese Störung führt zu Schwerfälligkeit des Unterkörpers und Anspannung in den Beinen.

Kinder mit einem persistierenden Galantreflex sind motorisch unruhig und weisen ein hyperaktives Verhalten auf. Dieser Reflex kann bereits durch enge Kleidung, einem Gürtel oder einfaches Anlehnen bei der Stuhllehne ausgelöst werden und somit zum Herumzappeln führen. Aus diesem Grund tragen diese Kinder am liebsten lockere Kleidung. Viele dieser Kinder werden zu Bettnässern.

Kinder mit einem über längere Zeit hinweg persistierenden Spinalen Galantreflex lernen die Lendenwirbelsäule zu fixieren bzw. unbewegt zu halten. Eine solche Kompensationshaltung führt sehr oft zu Rückenproblemen und Kreuzschmerzen im Erwachsenenalter bzw. zu chronischen Schmerzen in diesem Bereich. Außerdem beeinflusst die Fixierung und die Steifigkeit der Wirbelsäule auf dieser Höhe die Kooperation zwischen Ober- und Unterkörper und kann auch dazu führen, dass der Mensch Probleme hat, mit seinen Gefühlen in Kontakt zu kommen.

Der Spinale Galantreflex wird oft bei Frauen während der Geburt, vor allem bei schweren Geburten, wieder ausgelöst. Die Folge davon kann eine Inkontinenz sein.

 

Mit Unterstützung der Reflexintegration ist es möglich die frühkindlichen persistierenden Reflexe, wie zum Beispiel den Spinalen Galant Reflex, zu hemmen und zu integrieren, um somit die Symptome, die auf frühkindliche persistierende Reflexe zurückzuführen sind, hinter sich zu lassen.

Sehr gerne unterstütze ich Sie und Ihr Kind in meiner Praxis einen möglichen frühkindlichen persistierenden Reflex zu integrieren und damit die Basis für adäquates Verhalten und Freude am Lernen zu schaffen.

8. Babinski-Reflex

Anzeichen eines persistierenden Babinski-Reflex:

  • Kinder mit Plattfüßen
  • Die Eigenschaft „langsam“
  • Keine Lust zum Laufen
  • Ersichtliche Verschleißspuren am Schuh
    • Wenn der Reflex nicht entwickelt ist: Laufen auf der Innenkante
    • Wenn der Reflex nicht integriert ist: Laufen auf der Außenkante
  • In Bauchlage sind die Zehen nach außen gedreht
  • Knöchel sind in Bauchlage sehr gespannt, berühren nicht den Boden
  • Kinder mit X-Beinen oder mit nach innen oder nach außen gedrehten Füßen

Der Babinski Reflex ist verhältnismäßig einfach zu erkennen, da man lediglich mit einem Stift an der Außenkante der Fußsohle entlang streichen muss, also von der Ferse zur Kleinzehe, um zu sehen, ob sich dabei die Großzehe streckt und die anderen Zehen spreizen. Ist dem der Fall, dann spricht man von einem persistierenden Babinski-Reflex.  

Dieser Reflex beeinflusst die Fußbewegung, die Bewegung der Beine, Hüften und der Lendenwirbelsäule. Er ist für den Muskeltonus des Unterkörpers verantwortlich. Kinder mit einem aktiven Babinski Reflex sind oft „plattfüßig“, langsam und haben keine Lust zu laufen. Sie laufen auf der Innenkante der Füße und dementsprechend zeigen die Schuhe hier Verschleißspuren. Schwache Fesseln, die leicht verstaucht werden, sind auch ein Zeichen des Reflexes.

Handelt es sich um einen persistierenden Reflex, so neigt das Kind dazu, auf den Außenseiten der Füße zu laufen, was an den Verschleißspuren der Schuhe ersichtlich ist. Diese Kinder entwickeln im Laufe des Alters Spannungen in den Füßen und in den Beinen.

Mit Unterstützung der Reflexintegration ist es möglich die frühkindlichen persistierenden Reflexe, wie zum Beispiel einen aktiven Babinski-Reflex, zu hemmen und zu integrieren, um somit die Symptome, die auf frühkindliche persistierende Reflexe zurückzuführen sind, hinter sich zu lassen. Die Reflexintegration ist eine Kombination von erprobten Methoden, die dazu dienen die neuromotorische Schulreife von Kindern zu überprüfen, den individuellen Entwicklungsbedarf des Kindes festzustellen und mit einem gezielten Unterstützungsprogramm ein neuronales Nachreifen zu ermöglichen.

Pädagogische Praxis für Reflexintegration

In meiner Praxis unterstütze ich Kinder mit persistierenden frühkindlichen Reflexen mit diesem speziellen Bewegungstraining. Durch die Bewegungsübungen verbinden sich die verschiedenen Gehirnareale. Dabei sind die Anzahl und die Qualität der Nervenverbindungen, die dabei entstehen, von größter Bedeutung, damit eine Nachreifung des zentralen Nervensystems stattfinden kann. Damit wird die Grundlage für Lernen und Verhalten geschaffen.

Sehr gerne unterstütze ich Sie und Ihr Kind, um die Basis für adäquates Verhalten und Freude am Lernen zu schaffen.

Als Praktische Pädagogin zum Thema Reflexintegration bin ich erreichbar für alle Interessierten aus Österreich von:

Reflexintegration in Kärnten wie Klagenfurt am Wörthersee, Klagenfurt Land, Villach, Villach Land, St. Veit an der Glan, Feldkirchen, Wolfsberg, Völkermarkt, Spittal und Hermagor.

Reflexintegration in Steiermark, Salzburg, Niederösterreich, Oberösterreich, Wien, Burgenland, Tirol und Vorarlberg.

So hört ein Kind, wenn das binaurale Hören nicht funktioniert

Das binaurale Hören meint das beidohrige Hören.

So sieht ein Kind, wenn das binokulare Sehen nicht funktioniert

Unter Binokularsehen (binokular = beidäugig) versteht man alle sensorischen und motorischen Aspekte des gemeinsamen Sehens von rechtem und linkem Auge.

Unter Binokularsehen (binokular = beidäugig) versteht man alle sensorischen und motorischen Aspekte des gemeinsamen Sehens von rechtem und linkem Auge.

Beim Menschen, wie bei Primaten im Allgemeinen, sind die Augen nach vorne gerichtet. Hierdurch ist zwar das Blickfeld kleiner, aber die damit verbundene größere Überlappung der Gesichtsfelder der beiden Augen kommt dem räumlichen Sehen zugute. Dieses benötigt allerdings zusätzliche sensorische und motorische Fähigkeiten, die Teilaspekte des Binokularsehens sind, und die mitunter gestört sein können.

Ablauf der Reflexintegration

  1. Erstgespräch mit Austestung
  2. Das Reflexintegrationstraining dauert zwischen 6 und 8 Monaten, wobei einmal im Monat eine Stunde bei mir stattfindet.
  3. In dieser Stunde werden Reflexe auf ihre Aktivität geprüft und mit einer Kombination aus erprobten Bewegungsabläufen und gleichzeitiger bilateraler Stimulation integriert.
  4. Zwischen diesen Treffen sind zuhause täglich spezielle Übungen durchzuführen (Dauer ca. 10 min.)
  5. Die Übungen zuhause sind maßgeblich für den Erfolg des Trainings notwendig. Eine Unterstützung durch die Eltern ist unabdingbar wichtig.
 
Die Bewegungen des Reflexintegrations-Trainings sorgen dafür,  dass das Gehirn „reift“, also Nervenverbindungen in guter Qualität entstehen und damit nach und nach das komplette Funktionieren des Gehirns möglich wird. Die frühkindlichen Reflexe stellen den Schlüssel der kindlichen Entwicklung und damit die Grundlage für Lernen und Verhalten dar.

Gerne unterstütze ich Sie und ihr Kind dabei, die Basis für optimales Lernen zu schaffen und wieder Freude am Tun und Handeln zu bekommen!

Weitere Informationen und Downloads dazu finden Sie hier:

Testimonials

Testimonials im Sport

Interview mit Kinderarzt Dr. Queißler​

Dr. med. Carsten Queißer, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Herzog-Wilhelmstr. 86, 38667 Bad Harzburg im Gespräch mit Frau Christine Sieber (Sieber & Paasch GmbH) im Dezember 2017. 

RIT ist eine ergänzende Maßnahme und die ärztliche Untersuchung muss immer Vordergrund stehen.

Über Dr. Birgit Stuck

Dr. Birgit Stuck ist Praktische Pädagogin und hat sich seit 2002 mit der Grundschullehrerausbildung und dem Pädagogik Studium auf kindliche Verhaltensthemen mit den Schwerpunkten der Wahrnehmungsstörungen, Hyperaktivität, ADHS, ADS, Legasthenie und diversen weiteren Verhaltensproblemen sowie Schul- und Konzentrationsproblemen spezialisiert. Sie ist selbst Mutter und betrachtet das Begleiten der Kinder stets aus dem ganzheitlichen Aspekt. 

Aus diesem Grund hat sie sich von dem klassischen Weg der industrialisierten Umsetzungen mit Diagnosen und Pauschalbeurteilungen sowie der Orientierung am Versagenserlebnis eines Menschen entfernt und sich entgegen der Diskriminierung von Kindern auf die „STABILISIERUNG unserer Kinder“ mit „individueller Förderung“ konzentriert.

Frei nach den Worten „Jedes Kind ist einzigartig“ arbeitet die Praktische Pädagogin mit jedem Kind auf individuelle Art und Weise in einem vertrauten Rahmen auf ganzheitlicher Ebene.

Kontaktieren Sie mich einfach!

In meiner Praxis unterstütze ich Ihr Kind bei der Nachreifung des zentralen Nervensystems, um die Grundlage für Lernen und Verhalten zu schaffen.

Dauer: 50 min.

Anzahl: Ø 6 Sitzungen