SENSORISCHE INTEGRATION

UNTERSTÜTZUNG BEI WAHRNEHMUNGS-PROBLEMEN

Jeder Mensch ist eine Einheit aus Körper – Geist – Seele

Daher dürfen wir bei unseren Kindern vor allem im Zusammenhang mit Kindergarten und Schule nicht „nur“ den „Kopf“ sehen,
sondern unbedingt das „ganze Kind“.
Die sensorische Integration sorgt dafür, dass die Entwicklung der körperlichen Aktivitäten unterstützt wird und diese wiederum beeinflussen nachhaltig Geist und Seele. Ohne Wahrnehmung und Bewegung gibt es keine ganzheitliche Erziehung, keine Persönlichkeitsentwicklung und damit keine Identitätsbildung. Sensorische Integration ist zudem die Grundlage aller Sozialisation.

Wahrnehmungshaus-Dr-Birgit-Stuck

Wir unterscheiden bei Wahrnehmungsproblemen:

Über- oder Unterempfindlichkeit im

1) Gleichgewichtssystem

 1 a) Kinder mit einem unterempfindlichen Gleichgewichtssystem:

  • sind stets in Bewegung (springen, hüpfen, laufen, kriechen…)
  • bewegen sich eher unkontrolliert und wenig zielgerichtet
  • haben Schwierigkeiten, ihre Bewegungen unter Kontrolle zu halten
  • stolpern häufig, da sie aus dem Gleichgewicht geraten
  • vermeiden Haltearbeit (= Beibehalten einer Körperstellung durch Muskelarbeit), indem sie diese durch Schnelligkeit kompensieren
  • können ihre Körperposition schlecht über längere Zeit aufrechterhalten
  • sind oft sehr leichtsinnig und übermütig
  • haben schlechte organisatorische Fähigkeiten und wirken zerstreut

 
1 b)
Kinder mit einem überempfindlichen Gleichgewichtssystem:

  • vermeiden jegliche Gleichgewichtsstimulation, wie z.B. Schaukeln, Wippen
  • haben Angst vor Höhe
  • sind wenig in Bewegung
  • vermeiden besonders Hüpfen und Springen
  • bewegen sich langsam und steif und sind wenig bewegungsvariabel
  • zeigen trotz geringer Stimulation Anzeichen wie Übelkeit, Blässe, Schwindel
  • fixieren Kopf und Rumpf in stabiler Position
  • verlieren schnell die Orientierung
  • haben Schwierigkeiten in der räumlichen Wahrnehmung
  • leiden meist unter starker Reiseübelkeit


2) Kinästhetisches System (Eigen-, Tiefenwahrnehmung)

 2 a) Anzeichen einer Störung der Tiefenwahrnehmung

  • schlechte Haltung, schwacher Muskeltonus
  • motorische Unruhe („Zappelphilipp“)
  • visuelle Schwierigkeiten
  • unzureichend entwickeltes Körperschema
  • Schwierigkeiten in der Kraftdosierung
  • geringes bzw. zeitlich verzögertes Schmerzempfinden
  • mangelhafte Zusammenarbeit beider Körperseiten
  • gestörte Bewegungskoordination
  • Schwierigkeiten beim Einschätzen von Gefahren


3) Taktiles System (Haut)

 3 a) Hautunterempfindliche Kinder:

  • haben eine sehr niedrige Körperspannung
  • haben teilweise eine verwaschene, undeutliche Aussprache
  • haben fast immer ein unterempfindliches Gleichgewichtssystem
  • sind eher schmerzunempfindlich
  • sind nahezu unempfindlich für Kälte und Hitze
  • zeigen ein scheinbar distanzloses Verhalten
  • haben Schwierigkeiten sich abzugrenzen
  • haben ein schlechtes Raum-Zeit-Gefühl
  • lieben sogenannte Kontaktsportarten
  • haben eine unzureichend entwickelte Körperwahrnehmung
  • können Gefahren schlecht einschätzen


 3 b)
Hautüberempfindliche Kinder:

  • lassen kaum Berührungen zu
  • mögen es nicht, an- und ausgezogen zu werden (Reibung auf der Haut)
  • tolerieren keine Wolle auf der Haut
  • gehen nicht gern barfuß über Gras, Sand, Steine o.ä.
  • verweigern klebriges Essen und sind eigenwillig in ihren Essgewohnheiten
  • ertragen Schmutz auf der Haut nur schlecht
  • haben oftmals eine auffallend exakte und wortreiche Sprache
  • haben eine gewisse pedantische und eigenbrötlerische Art
  • leiden teilweise unter allergischen Hautreaktionen
  • haben eine sehr niedrige Schmerzschwelle
  • haben eher eine allgemeine Abneigung gegen sportliche Aktivitäten


Das Ziel meiner Arbeit liegt darin, die angeführten Blockaden zu lösen, um dem Kind die größtmögliche Lebenskompetenz zu ermöglichen.

Schlussendlich sollte folgendes erreicht werden:

  • Stabilität im seelischen Gleichgewicht
  • Einen größeren Teil der Fähigkeiten nutzen zu lernen, damit man wesentlich leichter durchs Leben gehen kann
  • Mehr Lebensqualität
  • Mut, Selbstvertrauen, Dialogfähigkeit, Toleranz, Vertrauen, Verantwortungsgefühl für sich und andere
  • Motivation, Aufmerksamkeit, Aufnahmefähigkeit, Konzentration, Soziales Verhalten
  • Hilfestellung bei Problemlösungen (Überforderung, Stressabbau, Entscheidungsfindung)
  • Größtmögliche Lebenskompetenz ermöglichen


Alles, was wir sehen, hören, riechen, spüren und schmecken muss unser Gehirn sortieren und verknüpfen, damit wir es „wahrnehmen“ können. Dadurch entsteht die Wahrnehmung der Umwelt, wir lernen unsere Grundkenntnisse über uns, unsere Umgebung und die Lage der Dinge in ihr. Damit das stattfinden kann, werden die wahrgenommenen Sinneseindrücke zu den verschiedensten Hirnzentren weitergeleitet und miteinander verknüpft. Alle an diesem Prozess beteiligten Hirnebenen müssen hierzu exakt zusammenarbeiten, da es sonst zu einem Chaos im Kopf kommt.

Durch die Sensorische Integration wird erreicht, dass alle Abschnitte des Zentralnervensystems zusammenarbeiten und der betroffene Mensch sinnvoll und angemessen auf seine Umwelt reagiert und in seiner Lebenswelt erfolgreich denken und handeln kann.

Vergleichen wir unseren Körper mit einem Haus, dann weiß man, dass immer alles mit dem Fundament beginnt. Hat man ein stabiles Fundament, so hat das Haus wesentlich mehr Möglichkeiten in der Entwicklung und Entfaltung. Und genau so sieht es bei uns Menschen aus:

Sind unsere Basissinne wie das Spüren, Fühlen, Wahrnehmen, das Gleichgewicht gut ausgeprägt, dann können sich auch die nächsten Stockwerke mit z.B. der Grobmotorik und dem Muskeltonus gut aufbauen oder die darüber liegenden Stockwerke mit der Aufmerksamkeit, der Konzentration bis hin zum Dach, wo es schlussendlich um die Lebensfreude, das Selbstvertrauen und die Stabilität des seelischen Gleichgewichts geht, die unser Ziel für ein gesundes und glückliches Leben sein sollen.

Ein sensorisch gut integriertes Kind verfügt über folgende Fähigkeiten:

  • Es hat Selbstbewusstsein, weiß was es kann.
  • Es ist bereit und fähig, leicht zu lernen.
  • Es ist bereit sich anzustrengen, zeigt Motivation und kann sich mit einer Sache beschäftigen.
  • Es ist produktiv, gut koordiniert, wirkt glücklich und hat meist Spaß bei allem was es tut.

Ein sensorisch nicht gut integriertes Kind:

  • Es muss sich mehr anstrengen.
  • Es ist trotz aller Bemühungen weniger erfolgreich.
  • Es lernt langsamer als andere.
  • Es zeigt oft Verhaltensprobleme.
  • Es hat oft eine verzögerte frühkindliche körperliche Entwicklung (sitzen, krabbeln, laufen, sprechen,..).


    Der Erwerb dieser essentiellen Kompetenzen erfolgt nicht durch Belehrungen.
    Es geht um das eigene Tun und Handeln.

In meiner Praxis unterstütze ich Ihr Kind dabei, die Grundlage für Lernen und Verhalten zu schaffen, um die Basis für ein entspanntes und freudiges Lernen zu legen.

Dauer: 45 min.

Anzahl: individuell